Geschichtliches über Heiligenbrunn

In den Akten des Hochstiftes Passau erscheint Heiligenbrunn schon um das Jahr 1600 als Wallfahrtsort. Im Urbar der Grafschaft Neuburg am Inn vom Jahre 1674 wird der seit Alters wissliche Heil- und Miraculose-Brunnen erwähnt. Die Entstehung der Wallfahrt wird in einer Akte des Kreisarchivs Landshut geschildert. Danach soll die Tochter eines Bauern aus der Griesbacher Gegend durch den Genuss des Wassers von der fallenden Sucht geheilt worden sein.


Der dankbare Vater ließ eine hölzerne Mariensäule errichten. Da sich der Gutsbesitzer Bamesreiter durch das ständige Zertreten der Wiese geschädigt fühlte, entfernte er heimlich das Gnadenbild und schüttete den Brunnen zu. Nach dem ihm aber in der folgenden Nacht sein Gut samt allem Vieh abbrannte, hat er den Brunnen wieder hergestellt, und eine Kapelle aus Holz bauen lassen.


Im 18. Jahrhundert war Heiligenbrunn ein vielbesuchter Wallfahrtsort. Anfang des 19. Jahrhunderts, in der Zeit der Säkularisation, verbat man die Wallfahrten. Am 1. Mai 1803 wurde die Kapelle abgebrochen und der Brunnen abgeschlossen. 288 Votivtafeln, 200 Wachsopfer, 48 Bruchbinden, 15 Krücken sowie 15 hölzerne Lungen, Lebern und Herzen wurden sichergestellt. Trotz der Verbote steigerte sich die Zahl der Pilger. Am Mariaheimsuchungstag (2. Juli) 1803 wurden über 2000 Wallfahrer gezählt. Viele Heilungen von Blinden, Krüppeln, Epileptikern und andere Gebetserhörungen wurden verzeichnet. Am 6. Juli 1803 sollte das Militär aus Passau der Wallfahrt ein Ende machen. Es ist nur zum Teil gelungen. Später wurde die Kapelle wieder aus Holz aufgebaut, und der Weiher wieder hergestellt.

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde es still um Heiligenbrunn.
Erst nach dem zweiten Weltkrieg führten die Nachbarpfarreien wieder Wallfahrten durch. Da die Kapelle sowie der Brunnen in sehr schlechtem Zustand waren, gründeten einige Heiligenbrunnfreunde, am 7. Februar 1964, einen Kapellenbauverein. Ziel war es, die Quelle würdigen zu lassen, einen Marienbrunnen aus Granit zu errichten, und eine neue größere Kapelle zu erbauen. Nach dem Entwurf des Architekten Hiendl aus Passau wurde im Juli 1964 der Marienbrunnen von der Firma Stein Schwate erstellt. Ende August 1964 wurde der Kapellenbau vollendet. Besonders verdient gemacht haben sich hierbei Frau Öttinger aus Rehschaln sowie Herr Ludwig Niederhofer aus Jägerwirth. 1998 wurde die Quellfassung komplett erneuert. Die Renovierung des gesamten Brunnenbereichs wurde im Jahre 2002 größtenteils abgeschlossen. Gepflegt wird das Marienkleinod von der Pfarrei Jägerwirth.


Alois Wimmer, Kirchenpfleger